Hüte und Lutscher in Moabit

Die Verhandlung war gerade beendet. Ich war dabei, meine Sachen einzupacken: In die linke Hand die Tasche, die rechte Hand trug die Robe und der Hut war, wo er hingehört.

Ziehen Sie bitte den Hut ab, solange Sie sich in meinem Gerichtssaal befinden.

maßregelte mich Richter K. und schob dabei die letzten Reste seines Lutschbonbons, das er sich während der Verhandlung bereits den Mund geschoben hatte, geräuschvoll von der eine Backentasche in die andere.

Dieser Beitrag wurde unter Richter veröffentlicht.

13 Antworten auf Hüte und Lutscher in Moabit

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    holgi says:

    Kann das sein, dass der Sie irgendwie nicht mag?

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    doppelfish says:

    Man kann ihm jedenfalls nicht vorwerfen, er bemühe sich nicht, sein Niveau zu halten.

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    AlterEgo says:

    Interessant wäre es hier zu wissen, ob die Maßregelung Erfolg hatte ;-)

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    @ holgi:
    Ich bin mir nicht sicher; aber ich hatte ihm in diesem Termin das dritte Mal ein Ablehnungsgesuch (vulgo: Befangeheitsantrag)auf den Tisch gelegt. Es könnte sein, daß Sie Recht haben.

    @AlterEgo:
    Ich habe bewußt meine Reaktion nicht beschrieben. Manche Begebenheiten sind eben – selbst für dieses Blog hier – nicht zur Veröffentlichung geeignet.

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    Ich werde Dir bei meinem nächsten Berlinbesuch solange Getränke Deiner Wahl spendieren, bis Du den Rest der Geschichte erzählt hast ;-))

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    xyz says:

    Der Gerichtssaal gehört doch immer noch dem Land oder haben Richter jetzt schon private Gerichtssääle?

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    ra kuemmerle says:

    @xyz: im Rest der Republik gehören die Säle dem Land, in Tiergarten bekommen Richter mit Ernennung einen Saal zugewiesen und der gehört ihnen :O)

    Ich durfte ja mal einer Anhörung im Jugendknast beiwohnen. Es ging um die Frage 2/3 oder nicht. Der Richter blaffte mich an, als ich mit ihm und dem Gruppenleiter eine Diskussion anfing, dass er mein Benehmen mehr als ungehörig finde, woraufhin ich ihn fragte, ob er es allen Ernstes als gehörig oder höflich ansieht, während der Anhörung vor dem Inhaftierten Kette zu qualmen. Da war es dann ganz aus…

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    doppelfish says:

    Jedenfalls nicht der Schlußsatz aus „Casablanca“, soviel steht fest :)

  11. 11
    RA F says:

    Beim 21. Senat OLG Köln durfte ich mich letztens dafür anblaffen lassen, weil ich bei einer Äußerung der Richterin, die mich wirklich überrascht hat, die Augenbrauen angehoben habe. Die Richterin meinte, wenn mir das alles nicht gefällt, könnte sie sich auch die Ausführungen sparen und nur die Anträge nehmen.

    Ich habe daraufhin auf ein weißes Blatt Papier etwas notiert. Auf die nicht gerade höfliche Nachfrage, was ich denn nun wieder machen würde, habe ich das Niedergeschriebene vorgelesen: „Beim 21. Senat sind Mimik und Gestik verboten.“

    Offensichtlich trauern die immer noch den seriösen älteren Herren mit anstandsfreien angeglichenem Benehmen aus den Zeiten der Singularzulassung hinterher.

  12. 12

    […] aber auch Zeit. Vielleicht sollte ich dem Richter zum Trost ein Bonbon […]

  13. 13

    […] K. ist übrigens der Richter mit dem Lutschbonbon, dem erst der Herr Direktor des Amtsgerichts mitteilen mußte, daß […]